825 825 FUDUTOURS International 25.11.20 01:12:16

25.05.2019 SG Rot-Weiß Frankfurt 01 – Turnerschaft 1895 Ober-Roden 2:2 (0:1) / Stadion am Brentanobad / 150 Zs.

Glück ist, wenn man um 10.20 Uhr wach wird, auf dem Nachttisch noch eine Dose „Budvar“ steht und in zehn Minuten Anpfiff ist. Für manche ist es zwar nur der „Finaltag der Amateure“, für Fetti ist es ein mehr als erstklassiger Start in den Tag. In der 10.30 Uhr Konferenz hat das Erste Deutsche Fernsehen heute gleich vier Klassiker im Programm und besonders das Bremer Pokalfinale verspricht besondere Unterhaltung. Der Bremer SV trifft auf den FC Oberneuland, bei dem niemand geringeres als Günter Hermann als sportlicher Leiter tätig ist. Klar, dass sich der Reporter vor Ort da nicht zwei Mal bitten lässt und das Gespräch zum Weltmeister von 1990 sucht. Das Interview startet mit erheblichen Tonproblemen, ehe die Regie mitten im Gespräch entscheidet, doch besser zum Hamburger Pokalfinale zu schalten. Was für ein Skandal! Niemand, aber wirklich niemand, hat das Recht, einen Weltmeister mitten im Satz.

Um 12.15 Uhr sind der FC Hansa Rostock, der TuS Dassendorf, der FC Viktoria Berlin und der FC Oberneuland in den DFB-Pokal eingezogen. Fetti verbleiben nun nur noch 15 Minuten, um schleunigst seine sieben Sachen zusammenzupacken und das „Hotel Klee“ pünktlich zur vorgegebenen Check-Out-Zeit zu verlassen.

Auf die Minute pünktlich entert das schwitzende Schwein die Lobby. Fußball am frühen Morgen kann also auch zum Stressfaktor werden. Kaum ist der erste Wettlauf gegen die Zeit gewonnen, schon sitzt sie einem erneut im Nacken. Es sollte doch wohl möglich sein, bis um 14.15 Uhr in Frankfurt-Rödelheim eine Kneipe gefunden zu haben, in der man die zweite Finalkonferenz schauen kann – so Fettis neuerliche Mission. Die S-Bahn-Fahrt von Wiesbaden nach Frankfurt nimmt lediglich 43 Minuten in Anspruch und kostet stolze 8,60 €. Das Reisegepäck wandert für vier Euro in ein Schließfach am Hauptbahnhof und schon kurz nach der Ankunft in „Mainhattan“ ist klar, dass Fetti heute wohl leider keine Hausse mehr zu erwarten hat.

Für die neunminütige Weiterfahrt wird die Fahrkarte schon noch gelten, interpretiert man im Anschluss geschickt, um den weiteren Wertverfall des eigenen Portemonnaies nicht unnötig voranzutreiben. Rödelheim entpuppt sich kurz darauf als sehr lebendiges Viertel mit vielen Restaurants und Cafés und das „Schusterstübchen“ in Alt-Rödelheim qualifiziert sich mit spielerischer Leichtigkeit für alle meine weiteren Vorhaben. Hier habe ich durch Zufall eine wirklich wunderbare fußballaffine Kiezkneipe mit einem freundlichen Wirt gefunden, der mit „Schlappeseppel“ vom Hahn für FUDUs Hühnerbrust, einer ordentlichen Schnitzelkarte und der Bereitschaft, für den einzigen Gast des Ladens den Fernseher anzuschmeißen und ihm das Programm seiner Wahl einzustellen, auf ganzer Linie punktet. Ich wiederum punkte beim Wirt, indem ich auf den Kommentar verzichte und er so weiterhin zum „Besten der 80er Jahre“ hinter der Theke Gläser polieren und schwofen kann.

Noch fünfzehn Minuten bis zum Anpfiff. Gleich werden Partien aus acht Landesverbänden in der Konferenz gezeigt und beim Servieren des ersten Glases werde ich gefragt, ob ich heute wegen der „Rödelheimer Musiknacht“ gekommen sei. Unwesentlich später bin ich bestens informiert, dass ich wieder einmal zufälligerweise genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort eingetroffen bin und erhalte ein Programmheft für die heute Abend stattfindende Freiluftveranstaltung mit mehr als 50 Bands aller Musikrichtungen und den 36 Auftrittsorten im Kiez. Womit schon jetzt die Frage geklärt wäre, was zur Hölle ich nach Abpfiff bis zur Abfahrt meines Zuges um 2.49 Uhr in der Stadt wohl so treiben werde. Im Radio läuft derweil die Nachricht, dass Fans des FC Ingolstadt 04 auf einer Autobahnraststätte von „blau-weiß vermummten Tätern“ überfallen worden wären. Es ist davon auszugehen, dass eine Tüte voll KFC-Fraß erbeutet werden konnte.

Pünktlich zum Beginn der Fußballspiele verzichtet der Wirt auf sein Musikprogramm und spendiert mir den Kommentar zur Konferenz, was besondere Unterhaltung verspricht, da die Rundfunkanstalten zum „Finaltag der Amateure“ häufig eher unbekannte Nachwuchshoffnungen von der Leine lassen, die auf der großen TV-Bühne dann und wann einigermaßen unbeholfen daherkommen. Nach und nach kehrt auch der ein oder andere Stammgast ein, doch da ein Wespennest im Innenhof die volle Aufmerksamkeit der Kundschaft auf sich zieht, bleibe ich der einzige Gast, der Umsatz verspricht. Die Halbzeitpause wird dann durch das wohl weltbeste Jägerschnitzel aller Zeiten aufgewertet und um 16.15 Uhr sind drei Bier geleert und sieben der acht Finalpartien ohne Überraschungen zu Ende gegangen. Nicht einmal der TSV Essingen konnte dem SSV Ulm ein Bein stellen, obwohl sie von ihrem Trainer Beniamino Molinari (Originalkommentar: „Der Deutsch-Schwabe“) hervorragend eingestellt waren. Ich lasse 22 € im „Schusterstübchen“, bedanke mich für die gebotene Gastfreundschaft, das leckere Bier, das gute Essen und das touristische Informationsmaterial und eile hinüber in den benachbarten Brentanopark.

Eigentlich dachte ich, dass ich meinen Frieden mit Frauenfußball geschlossen hätte. Sollen sie doch machen. Wenn Frauenfußball aber dazu führt, dass schöne Stadien kaputtmodernisiert werden, dann ist Schluss mit lustig. Das „Stadion am Brentanopark“, erbaut im Jahre 1940 und 1992 Instand gesetzt, fasste einst bis zu 20.000 Menschen. Da das Stadion in Frankfurt über die Jahre ein Schattendasein fristete, nagte der Zahn der Zeit an der Spielstätte. Weitläufige Graswälle, verwilderte Kurven und grasbewachsene Stehränge auf der Geraden waren die Konsequenz der achtlosen Behandlung. Mutter Natur nutzte die Gunst der Stunde und schuf einen Traum von Stadion, doch dann kamen die Fußballerinnen des 1.FFC Frankfurt, die sich für ihre 1.000 Zuschauerinnen im Schnitt sicherlich irgendwelchen albernen Verbandsregularien beugen und die Bagger anrollen lassen mussten. Zwar konnte die alte Haupttribüne erhalten werden, doch drei Viertel des ehemals so charmanten Stadions wurden durch lieblos akkurate Betonstufen ersetzt und verleihen dem Stadion nun die Ausstrahlung eines Nachwuchsleistungszentrum-Nebenplatzes. An dieser Stelle kann man getrost Grüße nach Hannover senden – auch hier kennt man sich mit dem Verschandeln von Tradtionsstadien bestens aus!

Heute muss ich mich gedanklich jedoch nicht länger mit Frauenfußball beschäftigen als nötig. Mit der SG Rot-Weiß Frankfurt nutzt auch ein Herrenteam traditionell diese Spielstätte. 1901 wurde der Verein gegründet, seit 1926 trug er bereits die Farben Rot-Weiß in sich verändernden Vereinsnamen und nach mehreren Fusionen tritt der Club immerhin bereits seit dem 13.01.1946 unter dem aktuell gültigen Namen an. Die Vereinsgeschichte darf man getrost als „bewegt“ beschreiben und wer mehr über „Kokain- und Kuppeleiskandale“, die Zeit in der Oberliga, gefeierte Meisterschaften und Pokalsiege oder das Abschneiden in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga in der Saison 1990/91 erfahren mag, den darf ich gerne an den liebevoll zusammengestellten Wikipedia-Beitrag verweisen.

Nun heißt die Gegenwart „Verbandsliga Hessen-Süd“ und für diese Ligaebene stellt das „Stadion am Brentanobad“ natürlich trotz der beschriebenen Umbauten eine imposante Spielstätte dar. Dank des Bundesliga-Teppichs der Damen kann man schon darauf hoffen, dass die Sechstligakicker hier gleich all ihr technisches Potential ausschöpfen können werden, doch noch wirft der gastgebende Verein dem geneigten Hopper einen fiesen Knüppel zwischen die Beine, befindet sich doch hier allen Ernstes eine griechische Taverne samt Efeu bewachsener Terrasse mitten auf der Haupttribüne. Schweren Herzens verzichtet Fetti auf Gyros, Souvlaki und Ouzo und kann den Fokus noch gerade eben so rechtzeitig zum Anpfiff um 17.00 Uhr auf das Thema Fußball richten.

Behilflich ist hierbei, dass der Chefcoach der SG Rot-Weiß ein „Held“ meiner Kindheit ist. Dank des damaligen Auswendiglernens meiner „Panini“-Hefte kenne ich natürlich jeden Bundesligakicker der 90er Jahre aus dem Effeff. Hier sitzt niemand geringeres als Eintrachtlegende Slobodan Komljenović auf der Trainerbank (sein Vorgänger war übrigens ein gewisser Mario Basler) und dank des „ran“-Konsums bis zum Erbrechen in eben jener Zeit ist mir natürlich bekannt, dass Slobodan einst die Tochter seines Trainers geheiratet hat (keine Sorge, der besagte Kuppeleiskandal hat bereits in den 30er Jahren stattgefunden). Nur ein kurzer Blick durch das weite Rund genügt, um Slobodans Schwiegervater zu erspähen. Da sitzt er: Die Beine lässig übereinander geschlagen, weltmännisch gekleidet, das Haupthaar weiß und wallend, Weinglas in der Hand, Pilotenbrille auf der Nase, Zigarre im Mund. Dragoslav Stepanović, wie er leibt und lebt – schade, dass ich niemand bin, der andere Menschen um gemeinsame Fotos bittet.

Kurz darauf sind bedauerlicherweise meine Hoffnungen verpufft, Kachaber Zchadadse in Ordnerweste und Marek Penksa am Bierstand zu treffen, dennoch bin ich bereits vollumfänglich davon überzeugt, heute auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Hinter mir gesellt sich ein RW-Fan mit zwei Bierbechern in der Hand zu seinem Freund und singt dabei die Union-Hymne. Nicht ganz textsicher, aber dennoch interessant, zu welch nichtigen Anlässen Nina Hagen mittlerweile deutschlandweit angestimmt wird.

Das Spiel beginnt. Rot-Weiß spielt in gelb, die Gäste aus Ober-Roden erkennen sie an den roten Trikots. Der Mann hinter mir stimmt mittlerweile hintereinander Einracht-Frankfurt-Lieder, Borussia-Dortmund-Schlachtrufe und „Oh, RWE“ aus Essen an. So kann man sich natürlich auch die Zeit vertreiben, während unten im Kampf um die goldene Ananas der Ball rollt. Es ist der 34. und letzte Spieltag der Verbandsliga und es begegnen sich der 7. (46 Punkte) und der 9. (45 Punkte) im spektakulären Tabellenmittelfeld-Duell. Trotz der wenig verheißungsvollen Vorzeichen entwickelt sich aber ein recht lebendiges und ansehnliches Spiel. In der Frühphase der Partie lassen die Hausherren zwei recht gute Gelegenheiten ungenutzt, ehe nach einer knappen Viertelstunde der Gast aus Ober-Roden durch Mario Gotta in Führung gehen kann. „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“, schallt es von hinter mir. So langsam wird es albern.

Bei der Heimmannschaft läuft der Ball auch nach dem Rückstand weiterhin gefällig. Technisch und taktisch schaut das gar nicht schlecht aus, auch wenn der eine oder andere übermütig geschlagene Diagonalball im Fanshop-Caravan des 1.FFC landet. Die Rot-Weißen können sich zwar keine klaren Chancen erspielen, kommen aber immer wieder zu schnellen Torabschlüssen. Mit ein wenig mehr Geduld sollte die Defensive der Gäste im zweiten Abschnitt auszuhebeln sein.

Marek Penksas Vertretung lässt sich in der Halbzeitpause Zeit beim Zapfen, doch ein schlechtes Gefühl für Timing kann man dem Biersommelier nicht zum Vorwurf machen. Ein gutes Bier dauert sieben Minuten nach Wiederanpfiff kehre ich mit frischem Pils pünktlich zum 1:1 an meinen Platz zurück. Torjäger Ozan Keskin braucht keine echte Torchance, um zu treffen. Ihm reicht manchmal offensichtlich auch ein unübersichtliches Gewühl im Strafraum aus, um den Ball humorlos mit der linken Bauernpike versenken zu können (53. Minute). Die Freude ist jedoch nur von kurzer Dauer, da sich Komljenovićs Mannen nun viel zu offensiv bewegen und sich nur 13 Minuten später auskontern lassen. Da kann auch Abwehrdirigent Zamir Daudi, der immerhin 16 Länderspiele für Afghanistan auf dem Buckel hat, nur staunend zugucken, wie die Gäste zwei-drei Pässe an den Mann bringen und plötzlich Tim Kalzu freistehend mit dem linken Fuß präzise ins lange Eck abschließen kann.

Rot-Weiß Frankfurt reagiert mit wütenden Gegenangriffen. Es dauert gerade einmal vier Minuten, bis die Hausherren die Turnerschaft aus Ober-Roden mit einer wilden Dreifachchance ordentlich durcheinanderwirbeln können. Ein Frankfurter scheitert mit einem guten Schuss an Gästekeeper Niklas Schwaar, der anschließende Kopfball wird auf der Linie geklärt und der dann einschussbereite Johnson Toko rabiat von Schwaar von den Beinen geholt. Toko sondert markerschütternde Schreie ab und bevor auch der Torwart schmerzerfüllt zu Boden fällt, kann dieser wenigstens mit letzter Kraft noch einen wertvollen Kommentar absondern: „Ey, Du brauchst nicht mehr zu schreien, Du kriegst wenigstens einen Elfmeter!“. Schiedsrichter Hauser gibt Schwaar Recht und zeigt auf den Punkt, dafür hat Ober-Rodens Keeper wenigstens die attraktivere Physiotherapeutin an seiner Seite. Und während Toko bereits das untrügliche Zeichen zum Wechsel gibt, lässt sich Schwaar von der hübschen Blonden noch weitere zehn Minuten (!) behandeln, ehe er in das Tor zurückkehrt, um den Elfmeter von Patrick Gürser mustergültig zu halten. Fernet Bianca. Man sagt, sie habe magische Kräfte!

Blöd nur, dass es nur drei Minuten später dann doch hinter Schwaar einschlägt. Der gerade einmal 20 Jahre alte Ozan Keskin hat soeben mit einem trockenen Linksschuss zum zweiten Mal am heutigen Nachmittag und bereits zum 16. Mal in dieser Saison getroffen. Keine fünf Minuten später lässt sich Schwaar mit Schulter-Spätfolgen der vorausgegangenen Karambolage verletzt auswechseln und das Spiel verzeichnet nur noch einen Höhepunkt, als Topić nach einer Ecke per Kopf aus fünf Metern vergibt. Das 3:2 wäre unter dem Strich für Rot-Weiß Frankfurt wohl nicht ganz unverdient gewesen, doch so gehen die beiden tabellarischen Mittelfeldhelden im Kampf um die goldene Ananas letztlich unentschieden auseinander.

Ich stürze mich nun mitten hinein in die „Rödelheimer Musiknacht“ und döse bei noch immer frühlingshaften Temperaturen im Brentanopark zu „Schlager der 60er und 70er und Oldies aus derselben Zeit. Gassenhauer, Schenkelwalzer, Klammerblues, Schmachtfetzen, Mitgröhllieder, Liebesschnulzen“, wie es im Programm geschrieben steht. Nach kurzer Rast zieht es mich zurück nach Alt-Rödelheim, wo an wirklich jeder zweiten Ecke eine Bühne aufgebaut ist und Hobbymusiker ein gut gelauntes Publikum unterhalten. In etwa so wie die „Fête de la Musique“ in Berlin – als sie noch cool, unbeschwert, unkommerziell und nicht durch Ordnungsamt und Anwohner totreglementiert war. In die Notizen können sich im Laufe des Abends aber nur „A Story For Reflection“ spielen, die vor dem „Café Laves“ bis um 20.00 Uhr ihre etwas mehr als fünf Minuten Ruhm haben. Dafür bereiten die „REWE“-Bierkäufe zur Vermeidung der überteuerten Straßenfeststände zusätzliche Freude und auch das Elektronikfachgeschäft „Kelety“ hat sich zur Feier des Tages etwas besonders ausgedacht und überträgt auf den TV-Geräten im Schaufenster das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Leipzig. Nebenan beschallt eine Band die schmale Straße in Alt-Rödelheim mit solider Rockmusik, die Leute kehren vor den Fernsehern ein und nutzen abgeparkte Motorroller als Behelfstresen. Kurzum: Ein rundum gelungener und für deutsche Verhältnisse nahezu lässiger Abend!

Aber auch der ausgelassenste deutsche Abend ist nun einmal um 22.00 Uhr zu Ende. Soviel Ordnung muss sein. Ich kehre noch einmal in das „Schusterstübchen“ zurück. Das Problem mit dem Wespennest ist in der Zwischenzeit gelöst worden und der Laden nun wesentlich besser gefüllt als heute Nachmittag. Um 23.30 Uhr ist vor dem S-Bahnhof Rödelheim eine widerliche Armada an „zivilen Ticketkontrolleuren“ (sollte ich jemals Karneval feiern, ich würde mich als ziviler Kontrolleur verkleiden) aufgezogen, die die angetrunkene Feiermeute abzukassieren gedenkt. Der umsichtige und vorausschauend planende Fetti zieht sich schweren Herzens einen 2,75 € teuren Fahrschein, wird exakt sieben Minuten später kontrolliert und hat in diesem Moment 60 € gespart. Die freudige Nachricht über diesen Triumph wird stante pede an den rumänischen Kassenwart versandt – wer einmal Bilanzenfälschung in Dubrovnik studiert hat, der weiß, dass man diese 60 € nun locker in der nächsten Woche in Dänemark versaufen kann…

Der Zug um 2.49 Uhr hat bedauerlicherweise 30 Minuten Verspätung. Gemeinsam mit einigen osteuropäischen Freunden wärme ich mich im U-Bahnhof auf und Fetti grinst im Hintergrund schon wieder, nachdem er an irgendeinem Gag mit „Metropole“ gebastelt hat. Ich habe an der Stelle zugegebenermaßen genug von allem und und freue mich, als der ICE in Richtung Berlin um 3.20 Uhr endlich am Frankfurter Hauptbahnhof einrollt. Irgendwann weckt mich ein Zugbegleiter. Wir sind 23 Minuten vor Fahrplan in Berlin eingetroffen und ich wünschte, ich hätte nicht geschlafen, um mitzubekommen, wie die Teufelskerle das nun wieder geschafft haben.

Glück ist, wenn man um 9.35 Uhr wach wird, beim Verlassen des Schnellzuges 2 € auf einem Sitz findet und einen freien Sonntag vor der Brust hat, um sich von seinem Wellnesurlaub erholen zu können… /hvg